Gefahrenmeldung Sophie Guger v. 31. Mai 2013

Wiener Interventionsstelle gegen Gewalt in der Familie ZVR: 392798682, DVR: 4006832
Domestic Violence Intervention Centre – Member of the WAVE Network http://www.wave-network.org
Die Wiener Interventionsstelle ist als Opferschutzeinrichtung anerkannt und arbeitet im Auftrag des
BKA-Bundesministerin für Frauen und öffentlichen Dienst und des Bundesministeriums für Inneres (BMI)
sowie des Bundesministeriums für Justiz (BMJ) im Rahmen von Prozessbegleitung
Adresse: 1070 Wien, Neubaugasse 1/3, Tel. 01 / 585 32 88, Fax : 01 / 585 32 88 – 20
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Wien, 31. Mai 2013

BERICHT und GEFAHRNMELDUNG betreffend Sophie Guger
Unsere Einrichtung wurde als Opferschutzeinrichtung über den Mord an Frau Mag. Ruxanda Guger informiert, da die Mutter der getöteten Frau nach § 66 Abs. 2 StPO und § 73a ZPO Anspruch auf Prozessbegleitung hat. Frau Roanghesi hat uns bevollmächtigt Prozessbegleitung durchzuführen (Aktenzahl GZ 201 St 173/12b).

Außerdem sind wir als Einrichtung gegen Gewalt in der Familie verpflichtet, jeglichen Hinweisen auf eine mögliche Gefährdung von Minderjährigen nachzugehen und entsprechende Abhilfe zu schaffen. Es ist daher auch unsere Aufgabe, für das Kindeswohl von Sophie Guger zu sorgen, wenn diese bei der Großmutter in Wien ist.

Die Ermordung von Frau Guger durch den Ehemann am 25.11.2012 stellte für Sophie eine schwere Traumatisierung dar. Zudem gab es durch einen Bericht den die Mutter hinterlassen hatte, massive Hinweise auf sexuellen Missbrauch des Kindes durch den Vater (siehe Anhang 1) Sophie war bei der Tat im Nebenzimmer und es ist bis heute nicht klar, wie viel sie davon mitbekommen hat. Sie wurde vom Vater noch in der Nacht nachdem er Frau Guger ermordet hatte, zu den Großeltern nach Steyr gebracht, obwohl Sophie in Wien lebte und auch hier zur Schule ging.

Die Ermordung geschah am Samstag und schon am Montag kam der väterliche Großvater nach Wien um die Sachen von Sophie zu holen (er war auch vor der Tat von Freitag auf Samstag in Wien gewesen). Die mütterliche Großmutter war noch schwer geschockt und mit dem Begräbnis der Tochter beschäftigt, während die väterlichen Großeltern bereits beim BG Steyr die Obsorge beantragten und Sophie in der Schule anmeldeten.

Aufgrund des Mordes bestanden große Spannungen zwischen Frau Roanghesi und den väterlichen Großeltern. Frau Roanghesi wurde von Herrn Guger unmittelbar nach der Ermordung, am 26.11.2012, beschuldigt „Christoph ruiniert zu haben“. Statt Beileid und Mitgefühl erlebte sie, dass sie beschuldigt und angegriffen wurde. Auch weigerten sich die väterlichen Großeltern zu den Begräbniskosten beizutragen und meinten diese sollten vom Konto der ermordeten Frau Guger gezahlt werden.

Diese äußerst gespannte Situation wirkte sich natürlich auch auf Sophie aus. Wir boten Frau Roanghesi daher an, sie in dieser schwierigen und gespannten Situation zu unterstützen und zu begleiten. Auch war es für sie wichtig, Hilfe dabei zu erhalten, wie sie nun mit Sophie gegenüber umgehen soll und wie sie ihr am besten helfen kann.
Wir begleiteten also Frau Roanghesi mehrmals und lernten so auch Sophie in mehreren Kontakten kennen. Wir waren auch die einzige Einrichtung, die beim Begräbnis von Frau Guger anwesend war. Dadurch konnten wir intensive persönliche Einblicke in die Interaktionen gewinnen.

Wir waren lange die einzige psycho-soziale Einrichtung, die mit Sophie persönlichen Kontakt hatte; unser Ziel war es, in der enorm belastenden Krisensituation Hilfestellung zu geben.
Weder das Jugendamt in Wien noch das Jugendamt in Steyr kannte Sophie persönlich; die Großmutter erhielt praktisch keine Hilfestellung bei den schwierigen Kontakten mit den Eltern des Täters.

Umso erstaunlicher erscheint es uns, dass wir bisher in keinem Verfahren als Auskunftsperson oder als Zeugen einvernommen wurden!

Wie gesagt begleiteten wir Frau Roanghesi und Sophie mehrmals. Zudem luden wir die Großmutter regelmäßig ein, um ihr psycho-soziale Unterstützung zu geben. Wir baten Frau Roanghesi auch, von den Besuchswochenenden zu berichten um ihr und Sophie noch besser Hilfestellung zu geben und zu verstehen, wie es Sophie geht und wie sich die Beziehung zur mütterlichen Großmutter und auch zu den väterlichen Großeltern entwickelt. Dies war unerlässlich um überhaupt einen Einblick zu bekommen, wie es um das Wohl des Kindes in dieser äußerst gespannten Situation bestellt ist.

Die Gespräche fanden immer in Anwesenheit mit Übersetzung einer professionellen Dolmetscherin statt, die von unserer Einrichtung engagiert wurde. Frau Roanghesi kannte die Fragen nicht, die wir ihr bei unseren Nachfragen stellten und konnte sich daher in keiner Weise auf das Gespräch vorbereiten. Sie antwortete immer spontan und ohne lange zu überlegen und zu keinem Zeitpunkt hatten wir den Eindruck, dass sie etwas erfunden oder konstruiert hatte. Sie kam ihrer Aufgabe, für das Kindeswohl von Sophie zu sorgen, sehr ernsthaft nach und wir hatten zu keinem Zeitpunkt den Eindruck, dass sie in irgendeiner Weise das Kindewohl gefährdete. Umso befremdlicher finden wir es, dass Frau Roanghesi mittels Einstweiliger Verfügung der Kontakt zu Sophie untersagt wurde; noch bestürzender ist es, dass Sophie zu den väterlichen Großeltern zurückgegeben wurde, obwohl die Strafanzeige gegen den Großvater wegen Verdacht auf sexuellen Missbrauch noch offen ist.

Wir dokumentierten die Berichte der Großmutter möglichst genau.
Es zeigten sich zunehmend besorgniserregende Symptome bei Sophie wie sexualisiertes Verhalten und im Spiel geäußerte Szenen die auf sexuellen Missbrauch hinweisen. Zuerst dachten wir, dass dies noch auf den vermuteten Missbrauch durch den Vater zurückzuführen sei. Die Symptome wurden jedoch nicht weniger, wie wir gehofft hatten, sondern nahmen sogar zu.

Wir waren sehr besorgt und informierten die mit dem Fall befassten Fachleute:
– Frau R., Leiterin des Jugendamtes in Steyr, die Sophie gar nicht kannte; zu unserem Erstaunen sagte sie uns auch dass das Jugendamt Sophie gar nicht betreut oder mit den väterlichen Großeltern arbeitet
– Das Jugendamt 1/4/5, die leitende Sozialarbeiterin Frau G.
– Die Fachaufsicht der MA11/Jugendwohlfahrt, Frau Z.
– Das AKH, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Frau Dr. B. und Frau Dr. V.
– Die Sozialarbeiterin des AKH Frau S.

Leider wurde, soweit wir wissen, von keiner der Einrichtungen auf unsere Gefahrenmeldungen reagiert und keine Hausbesuche bei den väterlichen Großeltern oder sonstige Erhebungen gemacht.

Das AKH meinte, sie würden mit Sophie nur an der Aufarbeitung der Ermordung der Mutter arbeiten; den Missbrauch abzuklären sei nicht ihre Aufgabe. Es wurde keine auf sexuellen Missbrauch spezialisierte Einrichtung eingeschaltet, die langsam Vertrauen zu Sophie hätte aufbauen und ihr helfen können. Stattdessen war sie die meiste Zeit ohne Betreuung bei den väterlichen Großeltern und deren Beeinflussung völlig ausgesetzt.

In den Berichten von Frau Roanghesi wurde immer wieder offensichtlich, dass Sophie große Angst hatte, was sie sagen darf und was nicht; sie hat ja erlebt dass die Mutter ermordet wurde und musste wohl – bewusst oder unbewusst – Angst haben, dass ihr das auch passieren kann.

Nach und nach wagte Sophie jedoch sich der Großmutter anzuvertrauen, zu der sie ein enges Vertrauensverhältnis hat, weil diese sie seit sie ein Baby war regelmäßig betreut hat. Sie berichtete von sexuellen Missbrauchserlebnissen, sagte jedoch nicht durch wen. Am 28.04.2013 berichtete sie schließlich von sexuellen Übergriffen durch den väterlichen Großvater Herrn Guger und vertraut sich erstmals auch anderen Personen an (siehe Strafanzeige). Ich wurde in der akuten Krisensituation von der Dolmetscherin und Freundinnen der Mutter von Sophie beigezogen und führte das Gespräch mit Sophie. Auch dem Sozialpädagogen des Krisenzentrums, in das ich Sophie in der Folge wegen Verdacht auf akute Gefährdung des Kindeswohls verbrachte, vertraute sich Sophie soweit wir wissen an.
(siehe auch Gefahrenmeldung später in diesem Bericht).

Wir erstellten eine Gefahrenmeldung (siehe Angang 2) an das Jugendamt und dieses erstattete Anzeige bei der StA Wien (207 St/77/13f) die an die StA Steyr weitergeleitet wurde (3St/89/13a).

Aufgrund unserer Arbeit an diesem tragischen und bestürzenden Fall haben wir also in den letzten 6 Monaten intensiven Einblick erhalten. Andere Institutionen hatten hingegen keinen oder nur sehr kurze Kontakte zu Sophie und zur mütterlichen Großmutter. Frau R. – die Leiterin des Jugendamtes Steyr kennt Frau Roanghesi bis heute nicht persönlich, scheint jedoch sehr voreingenommen zu sein. Sophie hat sie anscheinend erst kennengelernt, als sie sie vom Wiener Krisenzentrum abholte und zurück nach Steyr brachte (dabei war sie anscheinend alleine, was uns als unverständliche Vorgangsweise erscheint).

Wie gesagt hatten wir zu KEINEM Zeitpunkt den Eindruck, Frau Roanghesi würde etwas erfinden oder konstruieren. Ihre Berichte waren authentisch und sie war oft sehr betroffen und verzweifelt; sie weinte häufig und war sehr besorgt um das Wohl von Sophie.
Rosa Logar, Geschäftsführerin und Monika O., Juristin und Dipl. Sozialarbeiterin der Wiener Interventionsstelle gegen Gewalt in der Familie sowie Frau Diana S., die von unserer Einrichtung engagierte professionelle Dolmetscherin, sind dafür ZeugInnen.

Dass Frau Roanghesi, wenn sie von den Symptomen Sophies berichtet, der Unwahrheit bezichtigt wird, scheint eine Umkehrung von Täter und Opfer zu sein; die Person, die einen schwerwiegenden Verdacht auf sexuellen Missbrauch meldet wird zur Täterin stilisiert ohne, dass jedoch ein Nachweis erbracht wird, dass die Berichte erfunden wären.
Dies erscheint im Sinne des Kindeswohls äußerst problematisch, da dadurch einer möglichen Gefährdung nicht ausreichend nachgegangen wird. Bei der Klärung eines Verdachts auf sexuellen Missbrauch braucht es Zeit und einen behutsamen Umgang mit dem Opfer und die Zusammenarbeit mehrere Institutionen, die auf sexuellen Missbrauch spezialisiert sind. Zentral wichtig ist auch, dass das Kind in Sicherheit ist, denn sonst kann es kein Vertrauen fassen. Das ist bei Sophie nicht der Fall, sie war in Steyr im Krankenhaus und wurde anscheinend von Cousinen (Nichten der väterlichen Großeltern) besucht; dadurch war der Einfluss der väterl. Großeltern gegeben ; Sophie musste damit rechnen, dass sie wieder zu den Großeltern zurück kommt. Eine Abklärung von Einrichtungen, die auf sexuellen Missbrauch spezialisiert sind, erfolgte offensichtlich nicht.

Wie gesagt kam Frau Roanghesi ihrer Aufgabe, für das Kindeswohl von Sophie zu sorgen, sehr ernsthaft nach und wir hatten zu keinem Zeitpunkt den Eindruck, dass sie in irgendeiner Weise das Kindewohl gefährdete oder etwas erfindet. Umso befremdlicher finden wir es, dass Frau Roanghesi mittels Einstweiliger Verfügung der Kontakt zu Sophie untersagt wurde; noch bestürzender und ist es, dass Sophie zu den väterlichen Großeltern zurückgegeben wurde, obwohl die Strafanzeige gegen den Großvater wegen Verdacht auf sexuellen Missbrauch noch offen ist.

Es ist zu befürchten, dass Sophie vom Beschuldigten manipuliert wird. Es ist auch zu befürchten, dass Sophie im Bezug auf die Ermordung der Mutter, manipuliert wird. Ein Hinweis darauf ist, dass Sophie sagt sie wisse vom Großvater wie es passiert sei und dass es ein „Unglück“ gewesen sei. Sophie wurde bisher nicht zur Tat befragt, diese ist nun bereits 6 Monate her! Wir sind auch sehr besorgt, dass in beiden Verfahren bisher keine anderen Zeugen befragt wurden.

Auf den nächsten Seiten sind die Berichte über die Besuchskontakte zusammengefasst (da es sich dabei um interne Aufzeichnungen handelt, können sie Schreibfehler enthalten; Ziel war es, das Gespräch möglichst authentisch wiederzugeben). In einem weiteren Dokument befinden sich die schriftlichen Gefahrenmeldungen die von uns verfasst wurden (Anhang 2 und 3).
Rosa Logar (GF)

Anhänge – Berichte von den Besuchskontakten

Bericht von Frau Roanghesi Minerva, über das Wochenende mit Sophie 14. – 16. 12. 2012
Erstellt am Fr, 14. 12. 2012 in der Wiener Interventionsstelle gegen Gewalt in der Familie im Beisein eine Dolmetscherin für die Rumänische Sprache

Freitag, habe ich Sophien im AKH bei Frau B. abgeholt. Ich habe Frau Moni (O., Juristin der der Wiener Interventionsstelle gegen Gewalt in der Familie, die sie begleitet tat ) gefragt was ich mit Sophie unternehmen soll. Sie hat gesagt, ich könne das entscheiden.

Ich habe mit Sophie ein gutes Verhältnis, ich habe sie nicht bestraft, habe ihr immer alles erklärt.
Habe sie gefragt, in welche Wohnung sie will, in die von der Mama und ihr oder in die von der Oma.
Sie hat gesagt sie will in ihre Wohnung. Frau Minerva sagt ok aber ich habe bei mir eingekauft und gekocht. Wir sind übereingekommen, dass wir kurz in die Wohnung gehen und dann zu mir.

Wir sind reingekommen, Sophie hat sich ausgezogen.
Sie ist in die Wohnung gegangen, ins Schlafzimmer, hat alle Kästen aufgemacht, alle Laden, alles wo die Mutter die Kleider hatte. Ich habe gesagt zu Sophie ich habe immer die Kleider angegriffen.
Sophie hat gesagt du hast sie umarmt aber ich werde sie anziehen.
Ich habe geweint.
Sie hat es geschafft vom Kasten ein Kleid runterzuholen. Sie hat ihre Sachen ausgezogen, ist nur in Unterwäsche geblieben, hat das Kleid angezogen. Sie hat mich gebeten, es so festzumachen dass es hält, die Großmutter hat gesagt, ich habe keine Sicherheitsnadel, Sophie hat gesagt du kannst die Haarnadel nehmen. Das habe ich gemacht, ich habe ihr auch gesagt wenn es dir weh tut sag es mir wir suchen etwas anderes.
Sie hat auch eine Galastrumpfhose angezogen. Es war ein bisschen kühl aber sie wollte unbedingt so bleiben. Sie hat mich ins andere Zimmer geschickt und gesagt ich soll warten.
Sie hat mich dann geholt, sie hatte einen Gürtel geholt, eine Tasche, eine Kette von Ruxanda einige Perlen, die sie selbst gebastelt hat.
Sie hat gesagt: welche Perlen passen besser? Ich habe gesagt was du möchtest. Auch die die du gebastelt hast ist sehr schön.

Ich war sehr ruhig und Sophie sagte du weißt die Mama wollte nicht dass wir traurig sind. Wir machen Musik. Sie hat gesagt ich mache ein Spektakel. Sie hat getanzt hat gesagt Oma du brauchst nicht traurig sein.

Es ist ein bisschen Zeit vergangen, ich habe sie nicht unterbrochen; dann habe ich gefragt ob sie möchte dass ich auch tanze. Sie hat gesagt ja und wir haben gemeinsam getanzt.

Dann ist sie ins Badezimmer gegangen, da gibt es eine Dusche. Unter dem Waschbecken war eine Dose mit rosa Masche, mit Haargummis. Sie hat sie ausgeleert.
Sie hat gesagt ich gehe jetzt ins Schlafzimmer bitte komm mir nicht nach. Ich habe gesagt ich schaue nicht mach nur. Ich dachte sie will etwas mitnehmen von ihren Spielsachen.

Ich bin dann nach einiger Zeit zu ihr gegangen und habe gefragt, ob ihr nicht kalt ist, die Wohnung ist kalt. Ich wollte ihr auch einen Tee kochen. Sie sagte ich möchte nichts, aber du sollst nicht ins Zimmer kommen. Ich sagte ich wollte nur fragen, ich bin nicht gekommen.
Dann ist sie gekommen, sie hat etwas gebastelt. Zwei Briefe, mit Schnittmuster verziert, auf einem steht “Oma I love you” und am anderen “Sophie und Oma” und zwei Zeichnungen die beide darstellen.
Ich habe mich sehr gefreut und habe gesagt das ist so ein schönes Geschenk, ich habe sie umarmt.

Ich war in Sorge dass es zu kalt ist.

Dann wollte sie einen Zeichentrickfilm ansehen. Ich sagte sie darf sich was ansehen, aber nichts Grausliches. Sie hatte CDs.
Es gab dort eine Matratze wo ich manchmal geschlafen habe.
Die war noch ausgerollt weil Ruxanda auf Dienstreise fahren sollte.

Ich habe gesagt geh unter die Decke und schau dir einen Film an.
Sie hat sich angeschaut „Sound of Music“. Eine Woche vorher war sie ein bisschen krank und sie hat auch Sound of Music angesehen, ihre Mamma hat ihr den gegeben.
Es gab auch Zeichentrickfilme, aber die hat sie nicht geschaut. Ich frage sie hast du für mich den Film ausgesucht. Sie hat gesagt ja.

Ich habe gesagt wenn der Film zu Ende ist, gehen wir zu mir und ich mache Palatschinken.
Sie sagte ich habe keinen Hunger.
Wir schauen bis zur Stelle wo die Kinder in den Bäumen sich verstecken. Der Film war auf Englisch, wir haben versucht zu verstehen und mitzusingen.
Dann hat sie gesagt, Omi, wir gehen doch zu dir weil am Abend Zeichentrickfilme sind.

Ich habe sie ausgezogen, ihre Sachen angezogen.
Dann hat sie noch etwas in der Küche gesucht. Ruxanda hat vor einiger Zeit mit Freundinnen Kekse gebacken. Sie wollte sie mitnehmen, wir haben gekostet.

Dann sind wir zu mir in die Wohnung gegangen. Ich habe ihr Palatschinken gemacht, sie hat Fernsehen geschaut. Sie hat sich gefreut, hat sich im Kasten versteckt, hat ihre Spielsachen die sie bei mir hat angeschaut. Ich wollte sie duschen aber sie wollte nicht, ich habe sie gelassen.

Ich habe noch was vergessen. In der Wohnung meiner Tochter, als ich ihr half die Strumpfhose anzuziehen, sie war ein bisschen klein und ging nicht ganz hinauf. Ich wollte ihr helfen die Hose raufzuziehen, so wie ein Sack. Als Ich ihr dann die Hände auf ihren Oberschenkeln legte hatte sie hat gesagt nein, fass mich nicht an nimm die Hand weg.
Ich habe gesagt ok du willst nicht dass ich dich berühre.

Bei mir zu Hause wollte ich ihr dann helfen die Strumpfhose auszuziehen hat sie wieder gesagt greif mich nicht an, zieh nur bei den Füßen, wir schafften es fast nicht.
Ich habe ihr dann eine Bauwollhose gegeben.
Ich habe nicht so viel Gewand, ich habe den Großeltern alles mitgegeben.

Schon vor langem haben wir uns ein Spiel ausgedacht, Grüner Bauch.
Das Bett war groß im Schlafzimmer, wir haben fangen gespielt um das Bett. Sie mag es wenn ich sie zum Lachen bringe, ich habe versucht sie an einem Fuß zu fassen, aber sie ist mir immer entkommen.
Diesmal hat sie mir gesagt: Oma spielen wir wieder „Grüner Bauch“ – ich habe gesagt ja, aber ich schaffe es nicht dich zu erwischen. Sie hat gesagt das will ich nicht, wir werden spielen aber du sollst mich nicht berühren. Mein Bett ist in einem Eck, es ist nur eine Seite frei.

Ich durfte nur um das Bett laufen, aber ich durfte nicht auf das Bett steigen oder eine Fuß auf das Bett geben. Im Eck sind viele Polster – sie hat sich wie in einer Yoga Position ins Eck gesetzt. Wir haben gesagt ok sagen wir die Decke ist ein Teppich und ich habe sie gezogen mit dem Teppich.

Samstag:

Sie ist aufgestanden, ich habe ihr eine Frühstück vorbetreitet. Ich habe ihr gesagt ich werde dir das Frühstück servieren. Heute hätte Mami Geburtstag gehabt. Ausnahmsweise darfst du beim Essen fernsehen. Ich habe ein Tuch genommen, ein schönes rumänisches Tuch, mit Spitze. Wir haben einen medizinischen Polster. Ich habe es ihr bequem gemacht. Sie war sehr begeistert.

Dann habe ich das Foto von meiner Tochter angesehen, dann habe ich eine bisschen geweint. Sophie hat gesagt du hast versprochen nicht zu weinen; ich habe gesagt manchmal weine ich.

Ich habe sie dann geschickt sich zu waschen und anzuziehen.
Um11h sollten wir im Museumsquartier sein. Sie wollte nicht, sie wollte zeichnen.
Dann haben sie angerufen und ich habe gesagt es ist nicht schön dass die Leute warten. Sie hat gesagt ist mir egal.

Auf dem Weg zum Museumsquartier war sie sehr schweigsam ich fragte Sophie hast du mir nichts zu erzähle, sie sagte es gibt nichts Neues.

Wir sind angekommen, da waren viele Freundinnen und Freunde von Ruxanda. A. und ihre Zwillingstöchter. Eine Frau von der Bank hat ihr einen Computer geschenkt.
Es waren viele Kinder da und haben ihr Geschenk gebracht.
Sie war sehr fröhlich, so wie ich sie kenne, sie hat sich gefreut, war nicht mehr traurig.
Es war auch eine Schulfreundin von Sophie da mit ihrer Mutter, Alexandra. Ihre Mutter ist Russin (ihr Name ist vielleicht Ludmilla). Sie war eine Freundin von Ruxanda.
Alexandra hat gesagt es ist das Krippenspiel in der Schule am Sonntag, Sophie komm doch auch.

Als wir nach Hause gegangen sind, ist eine Freundin mit uns gekommen, Mihaela, eine Freundin von Ruxandra, sie haben sich vor 14 Jahren in Linz im Studium kennengelernt.

Wir haben ein Spiel gespielt. Sie hat auch mit Mihaela gespielt. Ich habe Schnitzel gemacht und Suppe.Sophie sagte dann sie wollte in die Schule zum Krippenspiel.
Dann habe ich gesagt, rufen wir den Hannes an und fragen wir ob Sophie 1-2 Stunden später kommen kann, statt 18h.

Mihaela hat Hannes angerufen. Er sagte nein, da geht nicht. Die Schule ist gegen uns.
Sophie hat dann selbst mit dem Großvater reden wollen.
Sie haben ihr gesagt die Oma sei schuld dass Sophie nicht zum Krippenspiel gehen darf weil sie zu Gericht gegangen ist.
Sophie ist ins Badezimmer gelaufen und hat sich eingesperrt. Sie hat geschrien“ na siehst du Oma, du bist schuld wegen dir darf ich nicht“.

Dann hat sie geschrien „Warum sind sie so egoistisch“

Ich habe die Balkontüre aufgemacht um ein bisschen frische Luft reinzuholen.
Ich konnte nicht verstehen dass sie so herzlos sind.
Es hat noch etwas gesagt.
Ich habe gesagt Sophie sei nicht sauer auf mich, wenn ich nicht zu Gericht gegangen wäre, wärst du nicht da. Sie hat dann Mihaela rein gelassen und ist dann rausgekommen. Dann haben sie weitergespielt.
Dann haben wir gegessen. Mihaela hat dann mit uns gegessen; sie wollte eigentlich zu ihrem Freund gehen, aber die Anwesenheit von ihr war sehr gut für mich.
Einmal hat Sophie gefragt „weißt du wie Mama gestorben ist?“
Ich habe gesagt „nein, ich weiß es nicht“.
Sophie: Weißt du die Frau B. hat mir gesagt dass sie gestochen wurde. Mit was wurde sie gestochen?“
Ich sagte ich weiß es nicht. Ich wusste aber ich wollte es nicht sagen.
Sie hat dann gesagt „ich werde ich den Papa fragen“ mit einem bösen Gesicht.

Sie hat gesagt im Wohnzimmer sind gefährliche Sachen.

Ich habe sie auf der Hand geküsst Sie hat gesagt „küss mich nicht so“.

Als wir am Sonntag Mihaela begleitet haben als sie nach Hause ging
Hat sie gesagt „Du bist Ma“ und hat gesagt „als ich klein war habe ich zu Oma „Ma“ gesagt, weil Mama sie Mama gerufen hat, ich habe nur Ma gesagt, alle haben geglaubt das sich die Mama gerufen habe aber ich habe die Oma gerufen.
An der Haltestellt habe ich mich zu ihr gebeugt und sie hat mich umarmt und geküsst; sonst war sie etwas reserviert.

Samstag, bevor wir zum Museumsquartier gegangen sind, ist sie am Boden auf dem Teppich gelegen und hat geturnt. Dann hat sie gesagt „Oma bist du verrückt?“ dann habe ich gesagt das ist nicht schön das du das sagst, du weißt dass ich nicht verrückt bin. Ich bin nicht böse aber das ist nicht schön und du hast das nicht das erste Mal gesagt.

Ich will mich nicht selbst loben; ich habe nie über den Christoph schlecht geredet. Daher wollte ich bei Sophie auch nicht nachfragen.

Als wir darüber geredet habe wie Papa sie getötet hat, habe ich gesagt wir werden darüber reden, wenn du groß bist. Ich wollte Manipulation vermeiden.

Ich habe nicht gefragt wie es ihr dort geht bei den Großeltern.

Ich habe gefragt ob sie Freunde hat. Sie hat gesagt Freunde nicht aber die Kinder von Verwandten, er geht in die gleiche Schule.

Oma, du musst mit diesem Bürgermeister (sie nennt den Richter Bürgermeister) kämpfen.

Ich habe beantragt, dass ich immer am Abend mit ihr telefoniere.
Sie haben die Uhrzeit 19h ausgewählt. Ich glaube dass sie das gemacht haben, weil sie dann immer Zeichentrickfilme schaut.
Sophie hat gesagt, die andere Oma hat zu ihr gesagt „Wenn du mit der Oma sprichst, kannst du die Filme nicht ansehen“.
Bei Gericht hat die andere Oma gesagt vielleicht will die Sophie nicht mit ihr sprechen.
Sophie hat zu mir gesagt weißt du ich möchte die Filme ansehen, das ist mir wichtiger.
Bericht von Frau Roanghesi Minerva, über das Wochenende mit Sophie 31. Dez 2012 – 5.Jänner 2013
Erstellt am Do, 10.01. 2013 in der Wiener Interventionsstelle gegen Gewalt in der Familie im Beisein eine Dolmetscherin für die Rumänische Sprache

Bericht Frau Minerva.
31. 01. Um 16h gekommen. Ich war mit Mihaela, eine Freundin der Mutter von Sophie, in der Wohnung.
Die väterlichen Großeltern sind zur Wohnung von Ruxanda gekommen um Sophie zu bringen. Ich habe gemerkt dass sie ins Haus kommen wollen. Ich habe gesagt ich habe etwas gekocht.
Sie haben gesagt sie haben schon gegessen. Sie wollten nur etwas trinken. Hannes hat etwas Kuchen gegessen. Ich habe auch Roswitha eingeladen, sie war noch nicht in der Wohnung.
Sie hat sich umgeschaut, ist ins Schlafzimmer gegangen, hat gesagt das ist das Schlafzimmer das sie mit Christoph gekauft hat. Sie hat kein Mitleid mit Ruxanda gezeigt.

Dann habe ich gefragt: was ist eure Position betreffend die Obsorge von Sophie, weil Ruxanda hat sich gewünscht, dass sie bei mir ist wenn ihr etwas passiert. Dann haben sie gesagt nein, nein, das Mädchen bleibt nicht bei dir auf keinen Fall, weil du alt bist und alleine und weil du lügst, weil nichts was du zu Protokoll gebracht hast, wahr ist.
Sie meinten, dass sie eine gute Beziehung zu Ruxanda hatten. Nicht Ruxanda wollte sich scheiden lassen, sondern Christoph.
Sie haben zu schreien begonnen „du lügst, du lügst“ sie haben es so laut gesagt dass Sophie die im Nebenzimmer war es hören konnte, sie wollten offensichtlich dass sie es hört. Sophie ist gelaufen gekommen und hat gesagt Ihr sollt nicht über Sophie reden.

Ich habe ihnen gesagt dass es mir sehr leid tut, dass sie nicht sensibel sind mit der Situation von Sophie. Ich habe auch gesagt es geht mir nur um Sophie. Ich habe gesagt sie sollen sich beruhigen. Mihaela hat übersetzt. Ich habe gesagt ich habe euch respektiert und ich verstehe nicht, dass sie mich beschimpfen und schreien in der Wohnung von Ruxanda. Ich bin aufgestanden und habe gesagt für mich ist das Gespräch beendet. Ich bin zur Türe gegangen. Ich habe auch gesagt sie sollen nicht schreien ich möchte nicht dass es die Nachbarn hören.
Ich habe gesagt ich habe nur die Wahrheit gesagt und ich werde das weiter tun bei allen Behörden.
Wenn die Situation umgekehrt wäre, wenn Christoph umgebracht worden wäre, wie hätten sie reagiert, was hätten sie sich gewünscht.
Sie haben gesagt sie sind zu zweit, sie sind eine Familie. Ich habe gesagt meine Beziehung zu Sophie kann nicht zerstört werden. Es scheint dass die Psyche von Sophie nicht wichtig sind für sie.

Mihaela ist noch 3 Stunden mit uns zusammengeblieben. Sie musste dann nach Hause gehen.
Eine rumänische Familie mit zwei Mädchen hätten und besuchen sollen, Freunde die in der Nähe wohnen. Sophie hat gesagt sie will keinen Besuch, sie war sehr nervös, alles hat sie gestört. Ich habe für sie Geschenke vorbereitet unter dem Baum, aber sie hat sie gar nicht wahrgenommen.
Ich habe sie gefragt, was sie essen möchte. Ich hatte Schnitzel vorbereitet. Ich brachte ihr Schnitzel, mit Ketchup, habe es ihr aufgeschnitten. Sie hat gesagt Weißt du was Oma ich esse es nicht weil ich keinen Hunger habe. Ich habe Salz draufgegeben, das mache ich immer so. Ich habe nicht gewusst, warum sie nicht essen möchte. Sie hat zu Mihaela gesagt Ich esse es nicht, denn Oma hat was draufgetan auf das Schnitzel, sie möchte mich umbringen. Mihaela ist gekommen und hat mir das gesagt. Ich habe mich gefragt, woher diese Idee, diese Angst kommt. Ich hatte das Gefühl dass das Kind manipuliert wird.
Wir sind schlafen gegangen, davor haben wir noch ein bißchen gespielt. Dann sind wir schlafen gegangen. Sie hat im Bett von Ruxanda geschlafen. Sie hat eine Decke zwischen uns gelegt und hat gesagt sie möchte nicht so nahe sein. Ich habe gesagt kein Problem.

Sie ist nicht mehr zum Kasten ihrer Mutter gegangen, sie wollte nichts berühren. Sie hat eine Lade geöffnet, dann wieder zugemacht. Sie hat gesagt willst du nicht mit den Sachen spielen, sie wollte nicht, sie war sehr nervös wollte immer etwas anderes.
Ich habe sie gefragt ob sie sich freut dass sie in Wien ist, sie hat gesagt ja. Ich habe gesagt wenn du Termin bei Frau B. hat dass sie fragen soll wenn sie etwas möchte. Sie hat gesagt ich werde ihr was sagen wenn sie mich was fragt.
Ich habe große Sorge dass sie manipuliert wird, ich weiss nicht, was sie ihr gesagt haben wegen der Sachen der Mutter, aber irgendwas stimmt nicht.
Meine Meinung ist, dass sie schon spürt das ich im Moment nichts Konkretes machen kann , für sie als 6-jähriges Kind warten auf irendwann dass etwas besser wird ist zu lange, sie weiss nicht wie lange es dauert,ich habe ihr nichts versprochen, ich habe gesagt das Gericht wird entscheiden, ich und die anderen Großeltern werde nicht entscheiden.

Das war am 01. Jänner.
Zu Mittag habe ich Mihaela zum Essen eingeladen. Sie ist gekommen, sie wollten am Nachmittag eislaufen gehen. Sie war auch gegenüber Mihaela zurückhaltend. Hat zu Mihaela gesagt „Ich hasse die Oma, die Oma lügt“… Ich glaube das Kind weiß nicht mehr, wem es vertrauen kann.
Ich war für sie bis jetzt eine sehr wichtige Bezugsperson. Ich will niemanden beschuldigen, aber ich habe den Eindruck dass sie versuchen, das Vertrauen von Sophie in mich zu zerstören. Auch am 01. War es also ein sehr schwerer Tag.
Am 2 Tag in der früh waren wir zu Hause. Wir haben gespielt, Puzzle, wir haben gebastelt. Früher als sie krank war, haben wir viel gespielt. Wir haben zwei Puppen gemacht, mit Flaschen. Sie hat eine Flasche gesehen, da hat sie gesagt, Machen wir eine Puppe aus der Flasche. Sie hat eine Schürze gemacht und sie hat gesagt die Augen machen wir grün wie deine und Lippenstift weil du einen Lippenstift hast.
Um zwei Uhr nachmittag waren wir bei einer Kindergartenfreundin, Sarah. Am Vormittag hat sie auch ein Sackerl mit Geschenken angeschaut, Kleid und Mantel. Die anderen Geschenke waren ihr nicht so wichtig im Moment, sie hat sie hat keine Zeit. Sie wollte meinen rosa Schal nehmen, damit bin ich sehr elegant sagte sie.
Sie ist lockerer geworden. Ich habe ihr Suppe gemacht und Palatschinken. Ich habe ihr gezeigt,was drinnen ist und was ich drauftue, ich wollte dass sie weiss dass ich sie liebe und ihr nichts Böses tue. Sie hat gesagt ja Oma ich verstehe dich.
Wir wollten eigentlich nach Oberlaa fahren, aber wir waren bei länger bei Sara und sie haben miteinander gespielt.

Am Donnerstag haben wir Gäste gehabt, sie hat mir geholfen den Tisch vorzubereiten. Sie ist lockerer geworden. Ab und zu war sie gespannt und hat geschrien, aber sonst ist sie gelöster geworden.
Beate ist zu uns gekommen, eine Freundin, mit der Tochter E. Sie ist die Frau vom Wirtschaftskammerleiter Österreich-Rumänien. E. war mit Sophie im deutschen Kindergarten.
E. ist jetzt in Bukarest in der ersten Klasse.
Sie haben in Bukarest in der Nähe dieser Familie gewohnt, sie hatten engen Kontakt.
Sie haben auch ein Haus in Wien und sind zu den Feiertagen nach Wien gekommen. Sie können beide Rumänisch.
Ich hatte sie zum Essen eingeladen, sie waren am Nachmittag da, sie haben Theater gespielt, Sophie hat gespielt.

Sophie wollte dann mit mir spielen.Sie hat sich dann auch auf meinen Schoss gesetzt, hat mich geküsst, wie sie immer war.

Am Freitag waren wir am Vormittag alleine. Wir haben eine Geschichte gespielt, ein Märchen, es ging um Salz im Essen, ein König sagte wie liebt ihr mich, eine Tochter hat gesagt, wie Honig, die andere .. die jüngste sagte „wie Salz im Honig“. Sophie hat sich als die jüngste Prinzessin verkleidet, mit einem schönen Kleid, einer Krone. Die Krone hatte am Ende zwei Knöpfe sie muss aufpassen, wenn sie das sticht, dann kommt das Blut raus. Das letzte Mal hat sie gesagt – als wir bei Amalia waren – die Oma/Mama von Amalia hat sie am Rücken angegriffen, Sophie hat gesagt bitte greifen sie mich nicht an, sonst kommt das Blut.

Amalia wollte ein paar Würfel wegräumen, einer war in der Nähe bei ihrem Fuss, sie hat den Fuss zurückgezogen, ganz ängstlich.

Am Nachmittag waren wir mit Mihaela in Oberlaa. Sophie war sehr gelöst. Es gibt eins Stelle im Wasser, eine Wand. Dahinter haben sie gespielt, Mihaela und sie, ich habe über diese Wand geschaut. Sie hat gesagt, Oma steht auf, über die Wand, Oma steh auf damit ich dich küssen kann.
Sie war wieder die Alte.

Dann hat sie gesagt sie ist ein bißchen müde, sie ist bei mir gesessen und wir haben den Leuten beim Springen zugesehen.

Am Abend waren wir zu Hause. Sie hat ein Bad genommen, mit Schaum, ich habe sie gelassen, sie wollte es. Sie hat sich einen Zeichentrickfilm angesehen.

Am Samstag waren wir bei Amalia und den Kindern.
Wir haben gezeichnet, gemalt, alles was Sophie wollte, mir den Kindern von Amalia.

Ich wollte dass wir von einem anderen Ort weggehen, nicht von zu Hause, denn letztes Mal hat sie sich sehr geärgert dass sie von zu Hause weggehen mußte.

Ich habe alles getan um es ihr leichter zu machen, sie war so voll Spannung und Angst, ich weiss nicht was in ihr vorgeht.
Zuerst hatte sie Angst in meiner Nähe zu sein, aber dann ist sie mir immer näher gekommen.

Noch eine Beobachtung: sie will am Parkett, am Boden schlafen. Sie sucht die Plätze die frei sind, bei der Lampe, das hat sie in der Wohnung von Ruxanda gemacht und auch bei mir.
Als wir von Wohnung weggegangen sind, habe ich gesagt, ich muss noch was zusammenrichten. Sie hat gesagt du brauchst dich nicht beilen, ich schlafe. Sie hat sich am Teppich am Boden hingelegt, mit den Händen unter dem Kopf. Letzte Mal hat sie eine Schal zusammengerollt.
Ich habe gesagt schlaf nicht am Boden es ist kalt, sie hat gesagt sie möchte es. Ich habe sie gelassen.
Letztes Mal hat sie sich auch steif wie eine Leiche auf den Boden gelegt und sie hat ein Tuch über sich bereitet. Das hat sie jetzt nicht mehr gemacht.
Ich vermute, dass sie die Mutter tot gesehen hat und das nachspielt.

Sie hat gesagt sie liebt den Vater und ich soll ihn auch lieben. Ich habe ihr gesagt, sie kann den Vater lieben, aber es tut mir leid, ich kann ihn nicht mehr lieben.

Als sie mir vorwarf hatte ich wolle sie vergiften, habe ich ihr gesagt Ruxanda wollte dass sie bei mir bleibt. Sophie sagt nein, sie wollte das nicht, sie hat nichts gesagt, sie war krank.
Wie kommt es dass sie sagt dass die Mutter krank war? Woher hat sie das?

Noch eine Episode.
Sophie sagt Oma ich bin klug und ich weiss immer was ich antworten soll.

Du hast mir gesagt du möchtest gerne zu den Freunden kommen, hier. Jetzt sagst du etwas anderes. Sophie sagt darauf Oma ich weiß immer was ich antworten woll. Ich habe ihr gesagt Sophie du sollst immer sagen was du willst und dir wünscht. Wenn du das sagst was du willst dann kann dir jemand helfen.

Wir haben immer gespielt früher, die Ohren sind zu hören, der Mund zu sprechen.

Ich habe beim Jugendamt alles erzählt am 29.12.

Irgendwie hat Roswitha das erfahren.

Sophie steht so unter Druck und niemand macht etwas.

Bericht von Frau Roanghesi Minerva, über das Wochenende mit Sophie 25. – 27. 01. 2013

Erstellt am Mo, 28. 01. 2013 in der Wiener Interventionsstelle gegen Gewalt in der Familie im Beisein eine Dolmetscherin für die Rumänische Sprache
Dokumentiert von Rosa Logar, Geschäftsführerin der Wiener Interventionsstelle gegen Gewalt in der Familie (Frau Minerva wird in psycho-sozialer Prozessbegleitung im Strafverfahren und in Zivilverfahren von der Opferschutzeinrichtung vertreten)

Zuerst äußert Frau Minerva die Befürchtung, dass Herr Hannes Guger, sich durch seine Kenntnisse als Computerfachmann (er ist anscheinend auch für das Gericht in Steyr tätig) Zugang zu Informationen verschaffen könnte.
Frau Minerva sagt sie hätte Sophie versprechen müssen, dass sie nichts weitersagt von dem was diese ihr anvertraut, darum falle es ihr so schwer. Sie hat Angst dass der Druck auf Sophie dann noch erhöht wird und dass Sophie ihr nicht mehr vertraut.
Frau Logar ermutigt sie zu sprechen, es ist wichtig, dass Sophie geholfen wird.
Frau Minerva erzählt zuerst vom Beginn des Besuchskontaktes:
Ich habe Sophie in St Valentin am Bahnhof abgeholt. Ich war im letzten Wagen, habe Sophie mit den Großeltern am Bahnhof gesehen, bin ausgestiegen und habe ihr gewunken. Sie ist mir entgegengelaufen, dann ist sie stehengeblieben, ist zu Hannes (der väterliche Großvater) zurückgelaufen, er wollte sie an der Hand nehmen, sie hat sich hinter ihn gestellt, als wäre ihr eingefallen dass sie nicht freundlich zu mir sein dürfe.
Roswitha (die väterliche Großmutter) hat dann laut gesagt Sophie sei krank gewesen und ich würde nicht mit ihr nach Oberlaa oder zum Eislaufen. Ich fragte ob sie Fieber hätte, sein. Sie hat dann auch noch gesagt ich dürfte ihr keine alten Medikamente geben. All diese hat sie mehrmals wiederholt.

Bei der Verabschiedung wollte Roswitha Sophie umarmen, aber Sophie wollte nicht. Nachdem sie gegangen sind habe ich zu Sophie gesagt Jetzt kannst du mich umarmen. Sophie hat gesagt Nein noch nicht, vielleicht schauen sie noch.
Erst im Zug war sie dann gelöster, sie hat sich gefreut mich zu sehen, hat ihre Hände unter meinen Mantel gegeben um sich zu wärmen.
In Wien sind wir dann in die Wohnung von Ruxanda (Sophies Mutter; Wohnung in der Sophie mit ihrer Muttergelebt hat) gegangen.
Ich sagte sie könne sich überlegen ob sie am Wochenende in das Haus de Meeres gehen wolle, da geht sie gerne hin und wir haben eine Jahreskarte die läuft im Jänner aus. Sophie sagte sie wolle nur mit mir spielen und nichts unternehmen. Bleiben wir hier Oma sagte sie, hier fühlen wir uns gut.
Sie hat sich dann in der Wohnung alles angesehen, wie sie es immer macht wenn wir hier sind. Wir haben gebastelt mit dem Plastilin. Sie wollte auch gar nicht fernsehen. Ich hatte schon vorgekocht, damit ich Zeit habe für Sophie.
Wir haben viele Märchen nachgespielt. Sophie ändert die Geschichten im Märchen oft und besonders das Ende. Zum Beispiel das Märchen von der Ziege mit den drei Kindern (ein rumänisches Märchen). Der Wolf liegt im Graben und schreit Hilfe, Hilfe mein Fell brennt. Sophie war die Ziege, sie hatte einen Gürtel bei sich und sagte zu mir, ich war der Wolf, Wenn du mir versprichst dass du niemandem mehr was Böses tust gebe ich dir das Seil damit du rauskommst. Als ich sagte Meine Füße brennen, sagte sie Warte ich bringe Wasser um das Feuer zu löschen.
Wir haben dann auch noch mit kleinen Püppchen und Tierchen gespielt in zwei Häuschen, eines hatte Sophie, eines ich. Sophie hat mir geholfen, wir haben alles geteilt. Ihre Sorge war, dass das Hündchen das Häuschen gut bewacht so dass niemand kommt und ihnen was Böses antut. Ich habe einfach gespielt mit ihr, habe nichts kommentiert. Ich habe bemerkt dass sie sehr nervös war. Sie sagt sogar zu mir Sag mir nicht zu viele Worte Roswitha sagt mir hundert Mal wenn sie etwas will.

Nun kommt die traurige Geschichte:
Es war am Samstag Abend. Ich sagte Sophie jetzt musst du dich waschen und ins Bett gehen. Sie wäscht sich alleine. Die Wohnung hat eine Dusche, aber dort ist es nicht so warm, so verwenden wir immer eine Plastikwanne im Wohnzimmer. Ich habe die Wanne und alle Badesachen ins Wohnzimmer gebracht. Sophie sagte ok, aber lass mich zuerst ein bisschen alleine spielen. Sie ist ins Schlafzimmer der Mutter gegangen und hat die Türe zugemacht. Ich habe mich im Wohnzimmer auf die Matratze gelegt, auf der ich schlafe.
Ich habe etwas gelesen. Nach ca. zehn Minuten ist Sophie gekommen und hat gesagt sie sei fertig. Sie kam dann zu mir und warf sich über mich, ich lag auf der Matratze. Das war so heftig, das ich einen Furz ließ. Ich entschuldigte mich bei Sophie aber sie sagte Du brauchst dich nicht zu entschuldigen, ich mag das ich möchte es riechen. Sie ging mit der Nase zu meinem Po um zu riechen. Ich sagte Magst du das Sophie? Sie sagte ja ich mag das.
Ich habe mich dann umgedreht und bin auf dem Rücken gelegen. Sophie hat sich auf mich draufgelegt, mit dem Kopf zu meinen Füßen und ist mit dem Po immer näher zu meinem Gesicht gekommen und hat gesagt Riech‘ mich auch mal Oma. Ich habe gesagt ich würde das nicht schön finden, die Füße und der Po würden nicht gut riechen. Sophie lachte.
Ich sagte zu ihr sie solle bitte von mir runtergehen, sie sei schwer. Ich setzte mich dann auf das Sofa, in die Ecke. Sophie kam zu mir, hat sich auf allen Vieren vor mir auf den Boden gekniet, die Hose hatte sie runtergezogen und sie hat mir den nackten Po entgegengestreckt, mit dem Kopf weg von mir. Riech mich mal hat sie gesagt und ist mit dem Po immer näher gekommen. Sie hat begonnen stoßweise zu atmen und hat wiederholt gesagt dass ich sie riechen soll Bitte Oma hat sie gesagt riech mich. Ich habe gesagt Sophie ich weiß nicht wie ich dich riechen soll ich weiß nicht was du meinst. Da hat sie den Kopf zu mir umgedreht und hat mir gezeigt was ich machen soll, sie hat mit der Zunge leckende Bewegungen gemacht.

Ich dachte ich falle in Ohnmacht aber ich wollte sie nicht schrecken, habe nur gesagt Sophie ich kann das nicht ich verstehe das nicht. Ich habe sie dann gefragt, Sophie als du klein warst hast du gesagt du magst das nicht. Sophie antwortete mir damals sei sie klein gewesen, da hätte sie es nicht gewollt, aber jetzt sei sie groß und jetzt gefalle es ihr.
Ich habe sie dann gefragt Sophie, wer macht so etwas? Sophie hat gesagt Der heilige Geist. Wann macht er das habe ich gefragt, am Tag oder in der Nacht? Sophie hat gesagt in der Nacht. Ich habe gefragt Hat der heilige Geist einen Bart? Sie hat gesagt ja (Christoph der Vater von Sophie hat keinen Bart, der Großvater hat einen Bart).

Ich habe dann zu ihr gesagt Weißt du Sophie, ich bin nicht blöd, ich weiß wer der heilige Geist ist. Sie hat mich entgeistert angesehen, hat aber nichts gesagt.
Ich war sehr schockiert habe aber versucht mir nichts anmerken zu lassen. Ich bin in die Küche gegangen um Milch zu holen und sie dann ins Bett zu bringen. Sophie hat mich gebeten, ob wir noch ein bisschen spielen können. Sie wollte dass ich sie kitzle am Po. Sie hat die Füße in di Höhe gestreckt und wollte dass ich sie am Po kitzle. Dann hat sie ihre Brustwarzen entblößt und gesagt da bin ich auch kitzlig.
Ich habe sie abgelenkt und ihr vorgelesen damit sie einschlafen kann. Sie ist bald eingeschlafen. Ich konnte lange nicht schlafen.
Weitere Begebenheiten:
Sie hast sich auf mein Bein gesetzt und sich mit ihrem Po daran gerieben.

Einmal als sie bei mir war habe ich gefragt, wo sie schläft wenn sie bei den Großeltern ist. Sie wurde hat zurückgefragt warum ich das wissen will. Sie spürt genau wenn sie ausgefragt wird. Ich habe gesagt Einfach so, dann hat sie gesagt ich habe ein eigenes Zimmer.
Weitere Begebenheiten: Roswitha hatte gesagt wir sollten nicht nach Oberlaa schwimmen gehen. Sophie kam während des Besuchs einmal darauf zurück und meinte Dann sagen wir es ihr einfach nicht. Ich sagte ihr So etwas mache ich nicht, zu lügen, und ich will auch nicht dass du lügst.
Ich wollte mit ihr auch in meine Wohnung gehen, da war sie oft und hat auch Spielsachen. Eine Karte von einer Freundin ist gekommen, die wollte ich ihr zeigen. Aber sie wollte nicht, irgendwie hatte sie Angst in meine Wohnung zu gehen, ich weiß nicht warum.

Einmal sagte Sophie plötzlich Sie sind böse! Ich fragte Wer? Sie sagte Die Großeltern. Ich sagte Warum? Sophie sagte sinngemäß Ich kann es dir nicht erklären, mein Körper sagt mir das, ich fühle mich schlecht, wie in einem Traum. Sie streiten jeden Tag.
Ich fragte: Sprechen sie über Mami? Sophie sagte Nein, nie? Sagen sie nicht dass es ihnen leid tut das sie gestorben ist? Nein sagt Sophie, nie.
Ich habe große Angst um Sophie, dass ihr etwas passiert. Ich bin gleich am Montag in die Wiener Interventionsstelle gegen Gewalt in der Familie gegangen. Dort wurde mir geraten, es Frau Dr B., der Kindertherapeutin zu der Sophie geht und Vertrauen hat, zu gehen. Frau Logar rief wegen eines Termins an und es wurde für Mittwoch ein Termin vereinbart.
Ich habe große Angst es dem Jugendamt in Steyr zu erzählen. Die kennen den Bericht der Mutter aber sie haben gar nichts gemacht und Sophie ist alleine dort bei den Großeltern. Ich habe Angst dass wenn ich das erzähle Sophie weiter dort alleine ist und keine Schutz hat und dass sie böse auf mich ist weil sie gesagt hat ich darf nichts erzählen.

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